Literaturliste Gewaltprävention/Konfliktschlichtung
Deutsches Jugendinstitut (Hg.): Wider die Ratlosigkeit im Umgang mit
Kinderdelinquenz.Präventive Ansätze und Konzepte. Eigenverlag, München
2000 Vieles ist möglich im Feld Tertiärprävention mit nicht-strafmündigen
Kindern! Berichtet wird über vielfältige Praxiserfahrungen, differenziert nach
Arbeitsfeld und Alter der Zielgruppe. Schwierigkeiten werden dabei nicht
verheimlicht. Ob in Familie, Schulklasse oder im sozialen Brennpunkt, als
Einzelfallhilfe oder im Netzwerk - die Bandbreite präventiver Ansätze und
Konzepte ist aktuell, informativ und wirkt mutmachend.
Drew, Naomi:
Kinder lernen zusammen streiten und gemeinsam arbeiten. Verlag an der
Ruhr, Mülheim 2000 Zwar wird hier der Friedensbegriff etwas "dick"
aufgetragen und Konflikte werden eher unter der Lösungs- bzw.
Vermeidungsperspektive gesehen. Trotz dieser Einseitigkeit gibt der Versuch, den
mediativen "win-win-Ansatz" auf Kinder zu übertragen - und dabei die Schritte
Einzelne/r - Gruppe - Welt zu gehen, gute Impulse für Erzieher/innen (für Schule
und Gruppenarbeit) und Eltern.
Faller, Kurt / Kerntke, Wilfried /
Wackmann, Maria: Konflikte selber lösen. Mediation für Schule und
Jugendarbeit. Das Streit-Schlichter-Programm. Verlag an der Ruhr,
Mülheim 1996 Für das, um was es eigentlich geht, ist dieser Klassiker mit
seinen 200 Seiten erstaunlich knapp. Eine kompakte Übersicht über einen
Streitschlichtungs-Konzept, mit allen dazugehörigen Bausteinen und eben soviel
Hintergrund, wie nötig. Geschlechterdifferenzierung und Interkulturelles Lernen
sind zumindest angerissen. Voll von Übungen ist dieses Arbeitsbuch eine
praktische Hilfe für den pädagogischen Alltag.
Haumersen, Petra / Liebe,
Frank: Multikulti. Konflikte konstruktiv. Trainingshandbuch Mediation in der
interkulturellen Arbeit. Verlag an der Ruhr, Mülheim 1999 Einführend
werden die Prinzipien von Mediation prägnant und überschaubar zusammen gefasst:
die unterstützte Suche nach einer beide zufrieden stellende Lösung. Als das
Besondere interkultureller Mediation wird die notwendige Auseinandersetzung über
unterschiedliche kulturelle Werte herausgestellt - ein Experiment! Der
Such-Charakter kommt auch in der Haltung der Autor/innen zum Ausdruck. Ein
spannender, informativer und gewinnbringender Beitrag zu mehr interkultureller
Kompetenz.
Schubarth, Wilfried: Gewaltprävention in Schule und
Jugendhilfe. Theoretische Grundlagen, Empirische Ergebnisse, Praxismodelle.
Luchterhand, Neuwied 2000 Eine ausführliche und theoretisch fundierte
Übersicht über Erklärungsansätze von Gewalt und Aggression. Bis auf die
fehlende Differenzierung von Aggression und Aggressivität eine wertvoller
Brückenschlag von Theorie zur Praxis! Wissenschaftliche Gewaltforschung ist gut
verständlich aufbereitet und für Prävention zugänglich gemacht. Wertvolle
Impulse für die Praxis in Schule und Jugendarbeit - u.a. deshalb, weil auch auf
die notwendigen institutionellen Rahmenbedingungen hingewiesen
wird.
Schwabe, Matthias: Eskalation und De-Eskalation in Einrichtungen
der Jugendhilfe. Konstruktiver Umgang mit Aggression und Gewalt.
IGFH-Eigenverlag, Frankfurt 2000 In 2. deutlich erweiterter und
überarbeiteter Auflage berichtet der Autor, selbst ehemaliger Leiter einer
Erziehungshilfe-Einrichtung, von praktizierbaren Ansätzen in Prävention und
Intervention - auf der Suche nach "einer guten Streit - und Aggressionskultur".
Fundiert, praxisnah, mit vielen gut nachvollziehbaren Beispielen. Unbedingt
empfehlenswert!
Literaturliste als PDF (50 KB)
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