Raufen ist gut, wenn ...

Stuttgart, den 2. Dezember 2019. Original Play erregt die Gemüter. Eine besondere Form des Spielens, die Kindern Respekt und Achtsamkeit vermitteln soll. Das klingt gut. Irritierend allerdings: hier werden nicht Kinder angeleitet, dies untereinander zu praktizieren, sondern Erwachsene werden von KiTas gegen Bezahlung engagiert, um mit den Kleinen zu rangeln und zu raufen.

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Wertschätzender Körperkontakt – unter Kindern oder zwischen Erwachsenen und Kindern – ist pädagogisch wichtig. Denn Kinder haben ein natürliches Bedürfnis, sich nicht nur mit Sprache, mit Sehen und Hören auf die Umwelt einzulassen. Sie wollen auch Bewegung und Körperkontakt und brauchen dies für eine gesunde psychosoziale Entwicklung, keine Frage. Stutzig macht allerdings, dass Erwachsene für dieses unter Lizenz verbreitete Spiel die Hauptakteure sind – ohne pädagogische Ausbildung und ohne Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses. Zwei Tage Training und 250,- Euro Gebühr reichen anscheinend aus. Diese Hemdsärmeligkeit entspricht nicht dem Recht von Kindern auf Schutz und professionelle Betreuung – und führt die aktuell geforderte Entwicklung von Schutzkonzepten ad absurdum. Insofern teilt die Aktion Jugendschutz Baden-Württemberg die Einschätzung, dass dieses Konzept in KiTas nicht eingesetzt werden sollte, da es dem Missbrauch von Kindern durch Erwachsene die Tür weit öffnet. Vielmehr sollten sich Erzieher_innen ausbilden lassen, um kindliche Bedürfnisse nach Bewegung, Rangeln und Berührung professionell zu ermöglichen. Sie dafür zu motivieren und zu qualifizieren muss im Interesse der für die Fortbildung Zuständigen liegen. Ein Elternabend, bei dem die Mamas und Papas auf die Bedeutung des spielerischen Raufens auf dem Wohnzimmerteppich aufmerksam gemacht werden, darf nicht fehlen!

Lothar Wegner, Fachreferent für Gewaltprävention und Migrationspädagogik der Aktion Jugendschutz (ajs)

Ansprechpartnerin für Presseanfragen:

Fachlicher Ansprechpartner:

Elke Sauerteig

Tel. 0711/2 37 37 11

sauerteig@ajs-bw.de

Lothar Wegner

Tel. 0711 2 37 37 14

wegner@ajs-bw.de

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Pionierarbeit mit Nachhaltigkeitsfaktor
Medienscouts präsentieren Facebook-Check und QR-Code-Rallye

Stuttgart, 03. Juli 2019. Zum Abschluss des gemeinsamen Projekts von LFK und Aktion Jugendschutz (ajs) präsentierten jugendliche Medienscouts in Stuttgart ihre medienpädagogischen Projekte.

Das Projekt richtete sich an Einrichtungen der Hilfen zur Erziehung und umfasste die Schulungen jugendlicher Medienscouts – sie werden als Expert*Innen ihrer digitalen Lebenswelt von Gleichaltrigen besonders ernst genommen – und die medienpädagogische Qualifikation der Fachkräfte, die die Medienscouts unterstützen und schulen. So ist es gelungen, in neun Einrichtungen, verteilt in ganz Baden-Württemberg, 170 Medienscouts und 330 Fachkräfte nachhaltig zu qualifizieren.

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Medienkompetenz sichert gesellschaftliche Teilhabe

In manchen Einrichtungen sind die Medienscouts der ersten Stunde selbst an den Schulungen für ihre zukünftigen Scout-Kollegen beteiligt. In anderen haben die Jugendlichen sich für einen freien WLAN-Zugang eingesetzt und dafür die Nutzungsregeln entwickelt.  „Sie alle haben durch ihr Mitwirken an unserem Angebot ein kleines Stück medienpädagogische Pionierarbeit geleistet“, betonte Marion v. Wartenberg, Vorsitzende der Aktion Jugendschutz. Leider sei es immer noch nicht selbstverständlich, dass in Einrichtungen der Hilfen zur Erziehung medienpädagogisch gearbeitet wird und die dort betreuten Heranwachsenden zeitgemäße Zugangsmöglichkeiten zu digitalen Medien haben. „Dies ist jedoch unerlässlich, um einer zunehmenden digitalen Ungleichheit entgegen zu wirken.“, so v. Wartenberg.

Orientierung an der Lebenswirklichkeit

 „„Ziel unserer medienpädagogischen Projekte ist es, orientiert an der Lebenswirklichkeit der Kinder und Jugendlichen eine Basis für gesellschaftliche Teilhabe zu legen, die sich anschließend selbst trägt und fortentwickelt. Eine Herausforderung ist dabei, Strukturen für medienpädagogische Arbeit zu schaffen und das Thema Medien dauerhaft in den Erziehungsalltag zu integrieren“, so Dr. Wolfgang Kreißig, Präsident der LFK. „Daher freut es uns besonders, dass alle Einrichtungen, die Teil dieses Projekts waren, Medienpädagogik nun als selbstverständlichen Teil ihrer Arbeit begreifen und entsprechend fortführen.“ Die ajs unterstützt diese und weitere Einrichtungen über den Projektzeitraum hinaus mit ihrer Expertise.

Infos zum Projekt https://www.ajs-bw.de/medienscouts-in-der-jugendhilfe.html

Über die Aktion Jugendschutz (ajs)

Die Aktion Jugendschutz (ajs) ist die landesweit tätige Fachstelle für den Kinder- und Jugendschutz in Baden-Württemberg. Sie setzt sich für die Stärkung, den Schutz und die Rechte von Heranwachsenden ein. Jugendmedienschutz und Medienpädagogik sind ein Schwerpunkt unserer Arbeit. Die Angebote der ajs richten sich an pädagogische Fachkräfte in Jugendhilfe und Schule, Eltern, Ausbildungsinstitute, Politik und Verwaltung.

Ansprechpartnerin für Presseanfragen:

Fachlicher Ansprechpartner:

Elke Sauerteig

Tel.: 0711/2 37 37 11

sauerteig@ajs-bw.de

Henrik Blaich

Tel.: 0711 2 37 37 18

blaich@ajs-bw.de

 

Über die Landesanstalt für Kommunikation (LFK)

Die LFK ist die Medienanstalt für Baden-Württemberg. Sie lizenziert und beaufsichtigt den privaten Rundfunk, weist Übertragungskapazitäten zu und entwickelt und fördert eine vielfältige Medienlandschaft. Sie ist außerdem zuständig für den Jugendmedienschutz und die Vermittlung von Medienkompetenz. Hierzu engagiert sie sich in zahlreichen Projekten im Land und bietet Aus- und Fortbildungsmaßnahmen an.

Ansprechpartnerin für Presseanfragen:

Fachlicher Ansprechpartner:

Eva-Maria Sommer

Landesanstalt für Kommunikation
Baden-Württemberg (LFK)

Tel.: 0711/66991-12

E-Mail: presse@lfk.de

Thomas Rathgeb

Landesanstalt für Kommunikation
Baden-Württemberg (LFK)

Tel.: 0711/66991-52

E-Mail: t.rathgeb@lfk.de


Pressemmitteilung als PDF

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