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Zukunft des Jugendschutzes ajs-Jahrestagung am 1. März 2012 in der Filderhalle Leinfelden
Kinder- und Jugendschutz hat das Ziel, Heranwachsende vor Gefährdungen zu
schützen, sie in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit zu stärken und ihre
soziale Integration zu fördern. In unterschiedlichen Bereichen hat sich der
Kinder- und Jugendschutz als fachliche Aufgabe etabliert und in den letzten
Jahren ist eine Vielzahl von Konzepten entwickelt worden, die fast alle der
"Prävention" als Leitorientierung untergeordnet werden. Die Mittel der
Prävention sind so verschieden wie die Gefährdungen, die sie verhindern sollen:
Informationsveranstaltungen, Trainings sozialer Kompetenzen, Frühe Hilfen,
Verbote, Projekte zur Sucht- und Gewaltprävention, Angebote zum richtigen Umgang
mit Medien.
Sicher: Prävention ist unverzichtbar für den Kinder- und Jugendschutz doch
sie darf die Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen nicht
vernachlässigen. Neben der individuellen ist ihre soziale Situation zu
berücksichtigen: ihr sozialer Status, ihr Wohnumfeld, ihr Zugang zu Bildung,
ihre Chancen zu gesellschaftlicher Teilhabe und ihre Möglichkeiten, ihr Leben
selbstbestimmt zu gestalten. Strukturelle und sozialpolitische Zusammenhänge,
die Entwicklungspotenziale von Heranwachsenden einschränken, sind in den Blick
zu nehmen.
Wir möchten die Jahrestagung dazu nutzen, mit Ihnen darüber nachzudenken, wie
ein offensiver Jugendschutz aussehen kann, der mehr ist als die Abwehr von
Gefährdungen. Wir fragen: welche Fähigkeiten, Bedingungen und Freiheiten
brauchen Kinder und Jugendliche, um ein gutes Leben realisieren zu können und
welche Unterstützung kann der Jugendschutz ihnen dabei geben. Und wir fragen,
wie wir Kindern und Jugendlichen selbst mehr Möglichkeiten eröffnen können, um
ihre Anliegen zur artikulieren und sich an der Entwicklung des Jugendschutzes zu
beteiligen.
Programm
10:00 Begrüßung
10:30 "Dialog über
Jugendschutz" Aktionsforschungsfilm, Harald Sickinger
SOWIT Tübingen
10:45 Kindheit und Jugend
heute Lebenssituation, Wünsche, Bedürfnisse und Interessen von
Heranwachsenden Prof. Dr. Sabine Andresen, Goethe-Universität
Frankfurt, Goethe-Universität Frankfurt
12:00 Offensiver
Jugendschutz – Mehr als eine "Abwehr von Gefährdungen" Konsequenzen
des Capability-Ansatzes für den Jugendschutz Prof. Dr. Holger Ziegler,
Universität Bielefeld
12:45 Mittagspause
14:00 bis 16:30 Foren
Forum I: Kindheit
zwischen den Polen Autonomie und
Schutz Prof. Dr. Johanna Mierendorff, Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg Dr. Frauke Zahradnik, Kinderbüro Karlsruhe
Forum II: Prävention von sexueller Gewalt gegen
Mädchen und Jungen in Institutionen Elisabeth Helming, Deutsches
Jugendinstitut München Bernd Eberhardt, Deutsche Gesellschaft für Prävention
und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung e.V. (DGfPI)
Forum III: Verantwortung in mediatisierten
Kinderwelten, Jugendmedienschutz und Medienpädagogik Prof. Dr.
Burkhard Fuhs, Universität Erfurt Dr. Ulrike Wagner. Direktorin JFF -
Institut für Medienpädagogik
Forum IV: Beteiligungsformen in
den Hilfen zur Erziehung Michael Groh, Bereichsleiter Kommunale
Jugendsozialarbeit, WALDHAUS gGmb Annette Leitner-Sautter, Bereichsleiterin
Ambulante Erzieherische Hilfen, WALDHAUS gGmbH Michael Weinmann,
Bereichsleiter Stationäre Erzieherische Hilfen, WALDHAUS gGmbH
Forum V: Bildungsgerechtigkeit? Baden-Württemberg auf dem
Weg zur Gemeinschaftsschule Rudolf Bosch, Stabstelle
Gemeinschaftsschule des Kultusministeriums Baden-Württemberg N.N.,
Landeschülerbeirat
Das Programm können Sie ab Januar 2012 in der Geschäftsstelle anfordern.
Programmflyer zum Download
Tagungsgebühr: 30 Euro Für Teilnehmer/innen ohne Erwerbseinkommen: 15
Euro. Die Teilnahmegebühr ist am Tagungsbüro zu
entrichten. Zum
Anmeldeformular ...
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