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Abschied von WhatsApp: jetzt!

Erwachsene Menschen sorgen sich um ihre Daten: etwa bei der Kontaktnachverfolgung per Corona Warn-App, der Nachverfolgung durch die Luca App oder bei der Sicherheit in Videokonferenzen. Darum mutet es mehr als unverständlich an, wie sich derzeit der Umgang mit WhatsApp darstellt. Schaut man auf die Nutzungszahlen, sehen wir, dass knapp 60 Millionen Menschen in Deutschland WhatsApp nutzen. WhatsApp ist mit 85,5 Prozent der meistgenutzte Messengerdienst in Deutschland (Daten der Bundesnetzagentur).

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Die meisten Menschen wissen, dass WhatsApp zu Facebook gehört und damit zu einem der größten Akteure der Internetwirtschaft. Facebook gehört zu den Gewinnern der Coronapandemie, denn das Unternehmen konnte seine Gewinne im letzten Quartal 2020 um 53 Prozent auf 11,22 Milliarden Dollar steigern:  https://de.statista.com/statistik/daten/studie/237450/umfrage/gewinn-von-facebook-weltweit-quartalszahlen/.

Rund 97 Prozent des Umsatzes macht das Unternehmen mit Anzeigen. Ein einträgliches Geschäft in Zeiten, in denen die Geschäfte geschlossen bleiben und die Unternehmen verstärkt im Netz werben. Diese Gewinne ermöglich wir als Nutzende, indem wir freiwillig per WhatsApp unsere Daten und die unserer Familien und Freunde an Facebook abgeben.

Nun ändert Facebook seine Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien für WhatsApp und zwar unumgehbar und ohne Nutzer:innen die Möglichkeit eines Widerspruchs zu geben. Eigentlich sollte dies schon im Februar d.J. geschehen. Aufgrund massiver Proteste von Nutzer:innen hat Facebook die Änderungen jedoch auf Mai verschoben. Nun ist es aber soweit: ab dem 15. Mai 2021 tauscht Facebook die Daten von WhatsApp-Nutzer:innen mit dem Mutterkonzern Facebook und Unternehmen. Auch wenn sich für Nutzer:innen in der EU durch die neuen AGB zunächst nicht viel ändert, können sie nach der Änderung der Weitergabe ihrer Daten an andere Facebook-Unternehmen nicht mehr widersprechen. Nutzer:innen, die den geänderten Bedingungen nicht zustimmen, sollten ihr WhatsApp ab dem 15. Mai nur noch eingeschränkt nutzen können. Das ist aufgrund eines Eilantrages des Hamburger Datenschutzbeauftragten jedoch zunächst aufgehoben.

Trotzdem führt Facebook uns Nutzende gehörig vor und zeigt uns wieder einmal sehr deutlich, wie wenig dem Unternehmen an unseren Interessen liegt. Und damit sind sie sehr erfolgreich, denn der größte Teil der Menschen lässt es mit sich machen. Statt sofort auszusteigen und zu einem Messenger zu wechseln, der den Anspruch auf den Schutz der Daten und Privatheit seiner Nutzer:innen ernst nimmt, werden auch jetzt viele bei WhatsApp bleiben und die Änderungen gleich oder später in Kauf nehmen.

Nutzer:innen sollten nicht weiter mitmachen! Auch wenn es schwer ist, einen Ort zu verlassen, an dem viele Freunde und Angehörige anzutreffen sind, machen Versuche Sinn. Jetzt ist die beste Zeit dafür, denn es gilt dem Monopolisten etwas entgegenzusetzen und sich für die Achtung und den Respekt gegenüber unseren Daten stark zu machen. Spielen wir Facebook und Co. nicht weiter in die Hände. Vorangehen lohnt sich, denn es braucht starke Zugpferde und Vorbilder.

Erwachsene, v.a. erzieherisch Verantwortliche, sind Vorbilder für ihre Kinder. Sie sollten sich daher nicht nur um ihre eigenen, sondern auch um den Schutz der Daten ihrer Kinder und Jugendlichen kümmern. Beginnen wir damit sofort! Es gibt sie: datensichere Alternativen, die können was WhatsApp kann und kostenlos sind!

 Eine Übersicht und Informationen gibt es z.B. hier: https://netzpolitik.org/2021/neue-whatsapp-datenschutzrichtlinie-messengerdienste-im-vergleich/.

Weniger…

Unterstützung und Hilfe

Nummer gegen Kummer für Kinder, Jugendliche und Eltern. 

Kinder- und Jugendtelefon unter der Rufnummer 116 111

Elterntelefon unter der Rufnummer 0800 111 0550

bke-onlinberatung und jugendnotmail der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung

Infoportal für Kinder und Jugendliche mit Tipps und Anregungen in dieser schwierigen Zeit, auch bei Instagram