Impulse für die Praxis
Stationen der Jahrestagung am 2. Juli 2026

1. Radikalisierungen von Kindern und Jugendlichen im Netz

Die Station „Radikalisierung im Netz“ vermittelt einen fundierten Einblick in die Dynamiken digitaler Radikalisierungsprozesse. Im Fokus steht die Frage, welche sozialen, psychologischen und kommunikativen Faktoren Radikalisierung begünstigen und wie extremistisches Denken durch spezifische Narrative und Deutungsmuster geprägt wird. Anhand eines etablierten Theoriemodells wird nachvollziehbar gezeigt, wie sich Radikalisierungsschritte entwickeln können – insbesondere im digitalen Raum, in dem Social Media, Online-Foren und algorithmische Strukturen eine zentrale Rolle für Austausch, Rekrutierung und Identitätsbildung spielen. Eine anschließende Videoanalyse macht diese Mechanismen praxisnah sichtbar. Abschließend werden digitale Codes, Symbole und Stilmerkmale extremistischer Szenen vorgestellt, um Teilnehmende für subtile Signale und Risiken im Netz zu sensibilisieren und Strategien zur frühzeitigen Prävention aufzuzeigen.

Simon Danco 
Fachreferent, FEX-Fachstelle Extremismusdistanzierung, Stuttgart

2. Wenn’s allen Spaß macht, ist es Diklusion
Barrierearme medienpädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

In dieser Station gehen wir durch einen medienpädagogischen Parcours, der durch den gezielten Einsatz digitaler Werkzeuge die Diklusion (digitale Inklusion) und die Barrierefreiheit in der medienpädagogischen Praxis fördert. Durch kreative Formate wie Bild- und Audiogestaltung können assistive Technologien die individuelle Teilhabe und die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen niederschwellig stärken.

Tanja Verlei 
Fachkraft für Medienpädagogik, Heilerziehungspflegerin, Esslingen
ajs LandesNetzWerk für medienpädagogische Angebote

3. Freii – ein evaluiertes, softwarebasiertes Präventionsprogramm für einen bewussten Umgang mit digitalen Medien

Das Präventionsprogramm freii vor, das Jugendliche, Eltern und Schulen dabei unterstützt, einen bewussten und gesunden Umgang mit digitalen Medien zu fördern. Neben einem Einblick in Konzept und Bausteine von freii werden interaktive Methoden aus der App sowie aus den Schulworkshops praktisch erprobt. Die Station lädt zum Austausch über digitale Lebenswelten, Prävention und Freizeitimpulse jenseits des Screens ein.

Julia Fischer
 Gesundheitspädagogin B.Sc., Villa Schöpflin gGmbH – Zentrum für Suchtprävention, Lörrach

4. #Selbstgemacht: Mit Memes, Stories & Games zu Empowerment rund um Gender & Sexualitäten
Medienprodukte handlungsorientiert gestalten

Digitale Lebenswelten sind geprägt von Sichtbarkeit: Wer – etwa auf Twitch, TikTok oder Instagram – eigene Inhalte (z. B. Memes, Storys oder Streams im Gaming‑Kontext) teilt, wird wahrgenommen und kann aktiv mitgestalten. Wer dagegen nichts produziert, bleibt unsichtbar und nimmt häufig nur als Zuschauer:in teil. Für Fachkräfte der Sozialen Arbeit bedeutet das, dass sie schnell in eine reaktive oder distanzierte Rolle geraten.

In dieser Station erkunden wir, wie digitale Medienprodukte zu Türöffnern für Teilhabe, Selbstwirksamkeit und Reflexion werden können. Wir lernen drei niedrigschwellige und im Netzalltag verbreitete Medienformate kennen und erstellen eigene Beispiele zu den Themen Geschlecht und Sexualitäten.

Zur Teilnahme wird ein privates Smartphone mit Internetzugang empfohlen, um eigene Medienbeiträge zu erstellen und zu sichern.

Rebecca Nemec B.A. Soziale Arbeit
Patrick Herzog, Spiel- und Medienpädagoge M.A:, Sozialpädagoge (FH)
Verein zur Förderung von Jugendlichen e.V.

5. Elterntalk Baden-Württemberg – Eltern im Austausch

Elterntalk Baden-Württemberg ist ein Projekt, das Eltern in ihrer Medienkompetenz und Erziehungsverantwortlichkeit stärkt. Es bietet kostenlose Gesprächsrunden für Eltern mit Kindern bis 14 Jahren an. 

Die Elterntalks finden in kleinen Gruppen statt, entweder bei Eltern zuhause oder in einer den Eltern vertrauten Einrichtung. Im Sinne eines Peer-to-Peer-Ansatzes steht der Erfahrungsaustausch zwischen Eltern im Mittelpunkt. Begleitet werden die Gespräche von geschulten Eltern, die als Moderator:innen tätig sind. Das jeweilige Thema wählen die Eltern vorab selbst aus. Dabei können sie aus verschiedenen Themen im Bereich Medien- und Konsumerziehung wählen. 

In dieser Station haben Sie die Möglichkeit, gemeinsam mit zwei erfahrenen Moderatorinnen des Elterntalk-Standorts Ludwigsburg Elterntalks durchzuführen und den Charakter des Projektes kennenzulernen. 

Informationen: www.elterntalk-bw.de

Ursula Kluge, Projektleitung Elterntalk
Luise Westerhaus, Projektreferentin Elterntalk
und Moderatorinnen des Standortes Ludwigsburg

6. Gamification - spielerische Medienkompetenzvermittlung mit Jugendlichen

Spielerische Zugänge können gezielt zur Förderung von Medienkompetenz in pädagogischen Kontexten eingesetzt werden. Im Fokus steht ein Input zu Kahoot als interaktivem, digitalen Lern- und Quizformat sowie die Bosodo Digitale Achtsamkeitskarten als praxisnahe Methode zur Reflexion eines bewussten und verantwortungsvollen Medienumgangs. Ziel ist es, pädagogischen Mitarbeitenden konkrete methodische Impulse für eine motivierende, alltagsnahe und zielgruppenorientierte Medienbildungsarbeit zu vermitteln.

Johannes Ziegler 
Medienpädagoge, Kinder- und Jugenddorf Marienpflege, Ellwangen
ajs LandesNetzWerk für medienpädagogische Angebote

7. Medienpädagogische Methoden für die Arbeit mit Familien

Wie können medienpädagogische Themen in Familien alltagsnah und niedrigschwellig bearbeitet werden? Die Teilnehmenden lernen ausgewählte Methoden aus den Workshops der Aktion Jugendschutz Baden-Württemberg im Rahmen des Angebots „Medienpädagogische Fortbildung für die Sozialpädagogische Familienhilfe“ kennen und erproben sie selbst. Die vorgestellten Ansätze sind für Workshops konzipiert, in denen Eltern, Kinder und Fachkräfte gemeinsam zu medienbezogenen Themen arbeiten.

 Neben dem methodischen Kennenlernen steht die Reflexion im Mittelpunkt: Welche Elemente lassen sich in die eigene Praxis übertragen? Was unterstützt eine gelingende medienpädagogische Begleitung von Familien?

Petra Wolf
Fachreferentin Jugendmedienschutz und Medienpädagogik
Aktion Jugendschutz (ajs)

8. Geschichten und Bücher neu erleben – digital, kreativ, interaktiv
Vom Bilderbuchkino bis zum Book Creator: Praxisideen für die aktive Medienarbeit mit Kindern

Welche Inhalte und Medien wecken bei Kindern die Freude an Geschichten? In diesem Workshop tauchen wir ein in die Vielfalt an kreativen digitalen Leseangeboten wie Luka Eule und Tellimero und entdecken mit Book Creator die Möglichkeit eigene eBooks zu gestalten. Beim Testen der digitalen Tools an verschiedenen Praxisstationen sammeln wir Ideen für den eigenen pädagogischen Alltag.

Silvia Bösl
freie medienpädagogische Referentin

ajs LandesNetzWerk für medienpädagogische Angebote

9. E-Learning-Kurs Kinder- und Jugendmedienschutz: sich zeit- und ortsunabhängig weiterbilden

Pädagogische Fachkräfte stehen vor der Herausforderung sich mit den Medienwelten junger Menschen auseinanderzusetzen und sich über möglich Risiken zu informieren. Zugleich erschweren zeitlich begrenzte Ressourcen die vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema. An dieser Stellte setzt das Angebot des E-Learning-Kurses an. Der kostenfreie E-Learning-Kurs vermittelt grundlegende Kenntnisse zum Kinder- und Jugendmedienschutz und zielt darauf ab, die Handlungssicherheit im pädagogischen Alltag stärken. Die Inhalte können zeit- und ortsunabhängig sowie individuell angepasst genutzt werden.

In dieser Station lernen Sie den Kurs kennen und haben die Möglichkeit, Inhalte eigenständig zu bearbeiten.

Nora Bünger
freiberufliche Medienpädagogin
ajs LandesNetzWerk für medienpädagogische Angebote